Kiwis kommen aus Neuseeland, Orangen aus Spanien. Oder Italien. Kommt ungefähr hin, mag der geneigte Leser jetzt denken. Keinesfalls kommen Kiwis oder Orangen jedoch aus dem eigenen Garten! Oder vielleicht doch?

Was das Herz begehrt!

Gewächshäuser sind weiterhin auf dem Vormarsch. Im Laufe der letzten Jahre wurden sie immer beliebter. Nicht nur, um exotische Früchte anzupflanzen, sondern auch, um sich selbst ein wenig besser zu versorgen. Und letztlich schmeckt doch alles noch ein bisschen besser, wenn man es selbst angebaut hat. Außerdem ist die Beschäftigung mit dem eigenen Gewächshaus schön, macht das Zusehen, wie alles wächst und gedeiht, einfach Spaß. Vom Stolz, den man entwickelt, wenn man die Ernte in die eigene Küche trägt, ganz zu schweigen. Exotisch? Kein Problem mit einem Gewächshaus.

Das passende Material

Wer sein Gewächshaus aus der sprichwörtlichen Portokasse zahlen will, kann einfach in den nächsten Discounter gehen und sich für 20 Euro eins kaufen. Wobei man fairerweise ergänzen muss, dass solche Modelle eher Plastikfolien sind, die weder optisch schön anzusehen sind noch einem etwas stärkeren Windstoß Einhalt gebieten.

Die bessere Wahl sind Gewächshäuser aus Metall und Glas. Auch Häuser aus Plastik sind denkbar, doch die Mischung aus Glas und Metall ist am langlebigsten und sieht am besten aus – auch wenn das natürlich eine Frage des subjektiven Geschmacks ist.

Wie groß darf das Gewächshaus sein?

Wer glaubt, in seinem Garten machen zu können, was er will, der hat die Rechnung natürlich ohne den deutschen Gesetzgeber gemacht. Denn der macht klare Vorgaben, wo groß ein Gewächshaus sein darf. Selbstverständlich darf es die Nachbarn nicht stören. Auch wenn diese Vorgabe zur Falle werden kann, wenn der Nachbar ein Griesgram ist. Doch auch bestimmte Maße oder Kubikmeter-Vorgaben dürfen nicht überschritten werden. Es ist ratsam, sich bei Kauf eines Gewächshauses bei der zuständigen Baubehörde zu informieren, denn bundesweite Bestimmungen gibt es hier nicht.

Und für Mieter gilt: Wenn sie sich ein Gewächshaus im Garten stellen wollen, müssen sie das bei Auszug aller Wahrscheinlichkeit wieder abbauen. Denn der ursprüngliche Zustand muss wiederhergestellt werden, wenn ein Mieter auszieht.

Gewächshäuser als Garant für gelungene Pflanzen?

Ohne Frage: die Voraussetzungen für den erfolgreichen Anbau von Pflanzen werden auf der einen Seite mit einem Gewächshaus erheblich gesteigert. Doch es ist auf der anderen Seite deshalb natürlich kein Selbstgänger. Auf ein paar Dinge muss man achten, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht:

  • Die Sonneneinstrahlung: Nicht jede Pflanze braucht gleich viel Sonnenlicht. Doch Tomaten sollten man keinesfalls an der Nordseite des Gewächshauses anbauen, es bekommt ihnen überhaupt nicht gut. Auch Nachtschattengewächse brauchen, um sich bestens entwickeln zu können, tagsüber sehr viel Licht
  • Bewässerung, Belüftung, Düngung: Hier kommt es auf die richtige Mischung an. Zu viel oder zu wenig Wasser, Düngung oder Belüftung kann sich negativ auf die Pflanzen auswirken. Viele Besitzer von Gewächshäuser kümmern sich liebevoll um jedes noch so kleine Details selbst. Andere bevorzugen automatisierte Lösungen. Hier kann man nur sagen: jeder, wie er es mag.

One-Night-Stand im Gewächshaus

Das mag jetzt ein wenig schlüpfrig klingen, ist es aber gar nicht. Denn in diesem Fall geht es um eine Kaktee. Diese seltene Pflanze mit dem wohlklingenden Namen „Königin der Nacht“ blüht nur einmal im Jahr, dann aber richtig! Dabei verströmt sie einen an Vanille erinnernden Duft, der unwiderstehlich betörend ist. Und der Anblick der etwa tellergroßen Blüte verzaubert Hobby- wie auch Profigärtner immer wieder aufs Neue.

Die Tatsache, dass dieses Erlebnis nur kurz anhält und man dann ein weiteres Jahr warten muss, bis man das Schauspiel wieder beobachten kann, stört Besitzer von Gewächshäusern nicht im geringsten. Schließlich haben sie, was ihr Hobby angeht, Zeit. Viel Zeit.